Bei uns im Stall steht seit neustem ein Friese. Er ist pechschwarz und hat eine lange Mähne und auch lange Haare an den Beinen. Der Besitzer hat uns allen erklärt, dass man zu den Haaren an den Beinen auch Kötenbehang sagt. Lustiges Wort, aber für ein Friesenpferd scheint das wohl typisch zu sein. Und wusstet ihr, dass alle Friesen schwarz sind, also keine weißen Stellen am Körper haben? Die Ponys bei uns haben ja schon mal weiße Fesseln oder auch mal weiße Abzeichen im Gesicht, aber bei Friesen ist das nicht erlaubt. Die müssen am ganzen Körper schwarz sein. Nur kleine einzelne weiße Haare im Gesicht sind erlaubt.
Weil mir das Pferd so gut gefällt, hat mir der Besitzer des Friesen einfach mal ein paar Sachen zu dieser Pferderasse erzählt.
Friesen kommen eigentlich aus Holland und da aus der Provinz Friesland. Daher haben sie auch ihren Namen.
Ganz früher hat man Friesen vor allem vor die Kutsche gespannt, weil Friesen sehr ausdauernd waren und große Lasten ziehen konnten. Aber wirklich schön ausgesehen haben sie damals wohl noch nicht. Es waren halt sehr schwerfällige Pferde. Dann wurde, und das ist echt schon lange her, Holland von Spanien besetzt und die Spanier haben ihr Pferde mitgebracht und mit den Friesenstuten gepaart. Dadurch wurde der Körperbau der Friesen nicht mehr ganz so stark, sondern die Pferde wurden zierlicher. Aber irgendwann hat man sich für die Friesenzucht nicht mehr so stark interessiert, weil andere Pferde zu der Zeit angesagter waren. Das ging dann soweit, dass die Friesen fast ausgestorben waren.
Zum Glück gab es aber immer noch ein paar Menschen, die Friesen gerne mochten und bemüht darum waren die Zucht wieder aufzubauen und am Leben zu halten.
Und siehe da, irgendwann fanden die Leute Friesen auch wieder gut. Besonders die Kutschfahrer haben Friesen wieder gerne eingesetzt. Das macht ja auch ordentlich was her, so einen schicken Friesen vor der Kutsche zu haben und Talent haben sie für den Fahrsport wohl auch oft.
Friesen sind vom Kopf bis zum Schweif schwarz und sie haben oft eine sehr lange Mähne, einen sehr dichten Schweif und den speziellen Behang an den Beinen, den Kötenbehang.
Was ich toll finde ist das Friesen nicht oft nicht so groß sind wie andere Großpferde. Wenn man mal nachmisst, dann sind viele Friesen nicht größer als 1,60 cm. Das ist super, wenn man fürs Pony schon zu klein ist, sich auf einem Großpferd aber noch nicht so wohl fühlt.
Dann haben Friesen kräftige und nicht zu lange Beine, eine gespaltene Kruppe und einen tief angesetzten Schweif.
Der Besitzer von dem Friesen aus unserem Stall reitet mit seinem Friesen oft aus. Aber der kann auch einige Dressurlektionen sehr gut. Was ich besonders toll finde, der Friese, er heißt übrigens Erwin (lustiger Name), kann sogar den „spanischen Schritt“. Das ist eine Lektion, bei der das Pferd während des Schritts seine Vorderbeine hochhebt und ausstreckt.Erwin ist aber nicht so begabt im Springen. Dafür ist er einfach zu schwer sagt sein Besitzer. Aber rein theoretisch können Friesen durchaus den ein oder anderen kleinen Sprung springen.Ja, und Friesen werden natürlich auch gerne vor eine Kutsche gespannt. Aber das habe ich euch ja bereits erzählt.
#1 Nady - 12 April, 4:30 PM
Der ist echt süß
LG