In der letzten Reitstunde hat uns Mark einiges über die Bahnregeln erzählt. Das sind die Regeln, an die sich jeder Reiter halten sollte, damit man sich während des Reitens nicht gegenseitig in die Quere kommt. Suse ist nämlich in die Halle gekommen ohne „Tür frei“ zu rufen und ich hätte sie beinahe umgeritten, weil ich sie nicht gesehen habe. Ist aber zum Glück noch mal gut gegangen. Damit wir aber daraus lernen, hat Mark uns noch mal alle Bahnregeln aufgezählt, auch wenn wir die meisten schon längst kannten.
Damit man beim Betreten der Reithalle nicht von anderen Reitern umgeritten wird, muss man am Eingang immer laut „Tür frei“ rufen und man darf erst dann mit dem Pferd rein, wenn jemand „ist frei“ gerufen hat. Trotzdem muss man als Reiter immer noch mal schauen, ob wirklich niemand an der Tür vorbei geritten kommt, bevor man reingeht. Das Gleiche gilt logischerweise auch, wenn man mit dem Pferd wieder aus der Halle raus möchte.
Auf- und Absitzen in der Bahn
Ist man dann in der Bahn, dann sollte man nicht einfach irgendwo aufsteigen, weil es sein kann, dass man dann die anderen Reiter unnötig stört. Zum Auf- und Absteigen sollte man sein Pferd also immer in die Mitte des Zirkels führen.
Bevor ich das erste Mal ohne Longe in die Reitbahn durfte hat Mark mir genau erklärt, wann ich als Reiter anderen Reitern auszuweichen habe. Das ist nämlich ähnlich wie im Straßenverkehr, wenn man da nicht weiß, wer zuerst fahren darf und wer warten muss, dann hat man schnell ein großes Durcheinander und Unfälle können auch schneller passieren.
Beim Reiten hat immer der Reiter Vorfahrt, der auf der linken Hand reitet. Also muss der entgegenkommende Reiter nach rechts ausweichen. Puh, das hört sich kompliziert an. Am besten ist erkläre es an einem Beispiel. Wenn Susi auf der linken Hand reitet, das ist, wenn ihr linkes Bein ins Bahninnere zeigt, dann hat sie Vorfahrt. Wenn ich jetzt aber auf der rechten Hand reite (mein rechtes Bein zeigt also zur Bahnmitte) und mir Suse auf der linken Hand entgegen kommt, dann darf Suse auf dem ersten Hufschlag bleiben, und ich muss ihr nach innen, also nach rechts hin ausweichen. Wenn Suse dann vorbei ist, dann darf ich auch wieder solange auf dem ersten Hufschlag reiten, bis mir wieder jemand entgegen kommt.
Wenn man Schritt reitet oder sein Pferd zum Halten durchpariert, und auch andere Reiter sind in der Bahn, dann darf man nie den ersten Hufschlag dafür verwenden. Der erste Hufschlag ist nämlich für die Reiter reserviert, die Traben oder sogar Galoppieren. Im Schritt und beim Halten muss ich mit meinem Pferd also immer soviel Abstand zum Hufschlag halten, dass auch sich entgegen kommende Reiter ohne Probleme aneinander vorbei reiten können.
Wenn wir im Reitunterricht in der Abteilung reiten, dann ermahnt uns Mark manchmal, dass wir nicht so dicht aufreiten sollen. Manche Pferde mögen es nämlich gar nicht, wenn andere Pferde so dicht aufrücken und keilen dann nach hinten aus. Wie ihr euch vorstellen könnt, kann es dabei zu bösen Verletzung kommen. Deshalb darf man nie zu dicht aufreiten und muss immer einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Vorderpferd einhalten.
Manche Pferde mögen es aber auch nicht, wenn andere Pferde zu dicht an ihnen vorbei reiten. Die fühlen sich dann eingeengt Aus diesem Grund hat uns Mark auch daran erinnert immer einen ausreichenden Seitenabstand zu anderen Pferden zu halten.
Manchmal kann es vorkommen, dass es richtig voll wird in der Reithalle. Reiten wird dann echt anstrengend, weil man die ganze Zeit damit beschäftigt ist anderen Reitern auszuweichen. Wenn also ganz viele Reiter auf einmal in der Bahn sind oder wenn junge Pferde dabei sind, die vielleicht noch ängstlich sind, dann ist es gut, wenn alle Reiter auf der gleichen Hand reiten. Damit dann aber nicht alle die ganze Zeit nur links oder rechts rum reiten müssen, einigt man sich auf einen Reiter, der in regelmäßigen Abständen das Kommando zum Handwechsel gibt. An dem müssen sich dann alle anderen Reiter orientieren. Ich finde das ist eine super Bahnregel, weil man sich dann nämlich wieder aufs Reiten konzentrieren kann.
Unser Reithof hat leider nur eine Halle. Da kann es also immer mal vorkommen, dass jemand sein Pferd longieren möchte, während die anderen Reiter reiten. Allerdings muss dann vorher immer gefragt werden, ob alle anderen damit einverstanden sind und erst wenn keiner was dagegen hat, dann darf longiert werden. Das gleiche gilt übrigens fürs Springen. Allerdings finde ich es doof, wenn andere Springen während ich reite, weil mein Pony dann immer ganz aufgeregt wird. Ich finde, wer Springen möchte, der soll das in der Springstunde machen. Dafür ist die ja schließlich da.
#1 janine - 12 Juli, 1:42 PM
voll hilfreich lob